Schon 1937 gab es in Würgendorf einen Heimatverein

Die Frage der Gründung eines Heimat - und Verschönerungs-Vereins in Würgendorf hatte in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts schon immer bestanden.
Nun wurde am 20.01.1937 der Heimatverein gegründet. 60 Mitglieder konnten von Anfang an gewonnen werden. Durch eine tatkräftige Mitgliederwerbung zählte der Verein schon nach kurzer Zeit 70 Mitglieder, ein Beweis, dass damals sehr viel Interesse bei unseren Vorfahren vorhanden war. Alfred Geilhausen wurde als Vorsitzender gewählt, außerdem wurde der Verein Mitglied im Westfälischen Heimatbund in Münster.


 

Die Ziele und Aufgaben beinhalteten:

 

Erhalt und Verschönerung des Ortsbildes und der Landschaft, Aufstellung von Ruhebänken an schönen Aussichtspunkten, Erhaltung alter Sitten und Gebräuche, Sammlung alter Flurnamen, Einführung von Blumenwettbewerben, Veranstaltung von Heimatabenden und Heimatvorträgen usw.

 

Im Frühjahr 1937 wurden bereits 15 feste Eisenbänke in der Gemarkung aufgestellt, von denen eine Bank noch bis vor einigen Jahren an dem Weg im Wolfhain unterhalb der Fichten erhalten geblieben war. Der durchgeführte Blumenwettbewerb fand großen Anklang in der Bevölkerung. Die Inhaber der drei schönsten Gärten wurden mit Preisen ausgezeichnet.

 

Diese Aktionen zeigten, dass der Verein in kurzer Zeit schon Vieles bewegt hatte.

 

Der nachfolgende Beitrag über die Jahreshauptversammlung des Vereins am 11.Februar 1939 gibt darüber hinaus einen Überblick über das Vereinsleben:

 

Der Heimatverein hatte seine Jahreshauptversammlung mit einem Heimatabend verbunden. Wohl 400 Menschen füllten den großräumigen Saal des RAD – Lagers (Reichsarbeitsdienst), heute Sitz der Firma Dornseiff Autokrane. Die große Beteiligung war ein Zeichen, dass man auch in Würgendorf der Heimatpflege sehr viel Interesse entgegenbrachte. Fanfaren und ein von den Arbeitsmännern gesungenes Lied eröffneten den Abend. Es folgte die Begrüßung und Vortrag des Jahresberichtes durch den Vorsitzenden Alfred Geilhausen. Aus der Jahresarbeit war besonders der mit Erfolg durchgeführte Blumenwettbewerb zu nennen, an dem sich viele Bürger beteiligt hatten. Kassenbericht und  Bekanntgabe des Arbeitsplanes für 1939 schlossen sich an. Lehrer Reichel hielt einen Vortrag über „ Heimatpflege in der heutigen Volksordnung“. Es wurde dann eine ganze Reihe alter schöner Dorf- und Familienbilder gezeigt, das Orchester Fromme spielte passende Volkslieder dazu und junge Mädchen sprachen Gedichte. Viel Anklang fand auch  ein schön aufgeführter Volkstanz. Erich Schmidt überraschte durch den Vortrag einiger von ihm selbst verfasster Gedichte, z.B.: „Die Schmiede“, sie schildert das Leben des früheren Dorfschmiedes in seinem Hause und „Ein Sonntagspaziergang“, eine mit großartigem Humor in Reimen geschilderte Dorfgeschichte.

 

Oberstfeldmeister Vetter schloss den gelungenen Abend mit einem Appell an die Heimatliebe.

 

Mit dem Beginn des 2. Weltkrieges am 01.09.1939 löste sich der nur 2 ½ Jahre bestehende Heimatverein wieder auf, da viele Aktive und Mitglieder zum Wehrdienst eingezogen wurden.

 

Erst nach 25 Jahren wurde unser heutiger  Heimatverein am 29. Februar 1964 wieder neu gegründet,  bzw.  weitergeführt.